Minijobber finden: so gewinnen Sie Aushilfen für Ihren Laden
Wo Sie Minijobber und Aushilfen für den Einzelhandel finden, warum klassische Anzeigen oft ins Leere laufen und was 2026 rechtlich gilt.
Im Einzelhandel halten Aushilfen den Laden am Laufen: am Samstag, in der Mittagspause, im Weihnachtsgeschäft und immer dann, wenn jemand aus dem Team ausfällt. Trotzdem bleibt die Suche nach Minijobbern oft erstaunlich zäh. Die Anzeige ist online, es melden sich wenige, und von denen passen noch weniger.
Dieser Artikel zeigt, wer für einen Minijob im Handel infrage kommt, wo Sie diese Menschen erreichen und was 2026 rechtlich gilt.
Wer sucht überhaupt einen Minijob?
Minijobber sind keine einheitliche Gruppe. Typisch im Handel sind:
- Studierende, die neben der Uni planbar ein paar Schichten pro Woche arbeiten wollen
- Schülerinnen und Schüler ab einem bestimmten Alter, vor allem für Samstage
- Eltern, die Stunden suchen, die zu Kita- und Schulzeiten passen
- Menschen mit Hauptjob, die etwas dazuverdienen möchten
- Rentnerinnen und Rentner, die gern unter Menschen sind und Erfahrung im Verkauf mitbringen
Jede dieser Gruppen hat andere Zeiten, andere Wünsche und schaut an anderen Stellen nach Arbeit. Eine einzige Anzeige für alle erreicht deshalb meist nur einen kleinen Teil.
Warum die klassische Anzeige oft nicht reicht
Die meisten suchen gar nicht aktiv
Viele potenzielle Aushilfen haben nicht vor, sich heute irgendwo zu bewerben. Sie würden aber zusagen, wenn ihnen ein passendes Angebot begegnet: in der Nähe, zu Zeiten, die passen, ohne großen Aufwand. In Jobbörsen sind sie selten unterwegs.
Die Hürde zur Bewerbung ist zu hoch
Wer nur ein paar Stunden pro Woche arbeiten möchte, schreibt dafür kein Anschreiben und aktualisiert keinen Lebenslauf. Eine HR-Leiterin aus dem Modehandel sagte uns dazu, die Leute im Retail seien bei einem zusätzlichen Lebenslauf „noch fauler, was das angeht“. Jeder zusätzliche Schritt kostet Bewerbungen.
Die Verfügbarkeit passt nicht
Ein häufiger Frust: Es bewerben sich Menschen, die genau dann nicht können, wenn der Laden sie braucht. Dieselbe HR-Leiterin beschrieb Bewerbungen von Leuten, „die dann irgendwie nur montags arbeiten wollen und freitags“. Wer die gewünschten Zeiten erst im Gespräch klärt, verliert viel Zeit.
Wo Sie Minijobber finden
Im direkten Umfeld des Ladens
Die besten Aushilfen wohnen meist in der Nähe. Ein Aushang im Schaufenster, ein Hinweis an der Kasse und die Frage an das eigene Team nach Freunden und Bekannten sind einfach und funktionieren nach wie vor. Sie erreichen aber nur Menschen, die ohnehin vorbeikommen.
Über Social Media in der Umgebung
Anzeigen auf Instagram und Facebook lassen sich auf die Umgebung des Ladens eingrenzen. So sehen genau die Menschen die Stelle, die in der Nähe wohnen, auch wenn sie gerade nicht aktiv suchen. Für Studierende, Eltern und Menschen mit Hauptjob ist das oft der Kanal, über den sie überhaupt erst von der Stelle erfahren.
In Jobbörsen und bei der Arbeitsagentur
Jobbörsen und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit erreichen die Menschen, die aktiv suchen. Das ist sinnvoll als Ergänzung, reicht in vielen Regionen aber nicht aus, um genug passende Bewerbungen zu bekommen.
An Hochschulen und Schulen
Schwarze Bretter, Jobportale von Hochschulen und Kontakte zu Schulen in der Nähe helfen, wenn Sie gezielt Studierende oder Schülerinnen und Schüler suchen.
Was die Suche einfacher macht
- Zeiten in die Anzeige schreiben. Nennen Sie konkret, wann Sie Unterstützung brauchen, etwa „samstags 9 bis 15 Uhr“ oder „zwei Nachmittage pro Woche“. Wer dann nicht kann, bewirbt sich gar nicht erst.
- Bewerbung ohne Lebenslauf ermöglichen. Ein paar Fragen auf dem Handy reichen für den ersten Schritt: Verfügbarkeit, Erfahrung im Verkauf, ab wann. Den Rest klären Sie im Gespräch.
- Schnell antworten. Wer heute Interesse zeigt, hat übermorgen vielleicht schon etwas anderes. Eine kurze Nachricht per WhatsApp mit einem Terminvorschlag hält das Interesse wach.
- Probetag statt langem Gespräch. Bei Aushilfen zeigt ein kurzer Probetag oft mehr als jedes Gespräch, für beide Seiten.
- Ehrlich beschreiben. Was ist der Stundenlohn, wie sieht ein typischer Tag aus, gibt es Personalrabatt? Klare Angaben ziehen die Richtigen an.
Was 2026 rechtlich gilt
| Punkt | Stand 2026 |
|---|---|
| Verdienstgrenze Minijob | 603 Euro im Monat |
| Gesetzlicher Mindestlohn | 13,90 Euro pro Stunde |
| Daraus folgt | rund 43 Stunden im Monat zum Mindestlohn |
| Abgaben des Arbeitgebers (gewerblicher Minijob) | Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, Pauschsteuer und Umlagen, zusammen gut 30 Prozent des Lohns, dazu die Unfallversicherung |
Die Verdienstgrenze ist an den Mindestlohn gekoppelt und steigt mit ihm. Für 2027 ist ein Mindestlohn von 14,60 Euro beschlossen, die Grenze steigt dann voraussichtlich auf 633 Euro. Prüfen Sie bestehende Verträge, damit Aushilfen bei steigendem Stundenlohn nicht ungewollt über die Grenze rutschen. Verbindliche Auskünfte gibt die Minijob-Zentrale.
Kurz gesagt
Minijobber zu finden ist weniger eine Frage der Anzeige als der Reichweite und der Hürde. Wer die Menschen in der Umgebung dort erreicht, wo sie ohnehin unterwegs sind, die Bewerbung in einer Minute möglich macht und schnell reagiert, hat deutlich bessere Chancen als mit einer Anzeige, die nur aktive Suchende sehen.
