Jobbörsen und Social Media

Stellenanzeige schalten: Indeed, StepStone, Arbeitsagentur oder Social Media?

Stellenanzeige schalten im Handel: Indeed, StepStone, Arbeitsagentur, Kleinanzeigen und Social Media im Vergleich nach Preismodell, Reichweite und Eignung.

27. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Wer im Handel eine Stellenanzeige schalten will, hat mehr Möglichkeiten als je zuvor: die Jobbörse der Arbeitsagentur, Indeed, StepStone, regionale Portale und Anzeigen auf Instagram oder Facebook. Die Frage ist selten, ob eine Anzeige Bewerbungen bringt. Die Frage ist, ob die richtigen dabei sind. Eine Recruiterin aus der Zentrale einer Modekette beschrieb ihre Erfahrung mit einem großen Reichweitenportal so:

„das ist halt wirklich Masse.“

Dieser Artikel vergleicht die gängigen Wege, Stellenanzeigen aufzugeben, und zeigt, welcher Weg für welche Stelle im Handel passt.

Stellenanzeige schalten: die Wege im Überblick

Alle Angaben zu Preismodellen beziehen sich auf die Informationsseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026. Konditionen ändern sich regelmäßig. Prüfen Sie sie vor der Buchung direkt beim Anbieter.

Jobbörse der Arbeitsagentur Indeed StepStone Kleinanzeigen, regionale Portale Social Media Anzeigen
Preismodell kostenlos einige Anzeigen kostenlos, darüber hinaus Bezahlung pro Klick oder pro begonnener Bewerbung fester Preis pro Anzeige mit fester Laufzeit je nach Portal kostenlos oder Gebühr pro Anzeige frei wählbares Werbebudget
Wen Sie erreichen aktiv Suchende aktiv Suchende aktiv Suchende aktiv Suchende aus der Region auch Menschen, die nicht aktiv suchen
Regionale Eingrenzung über den Arbeitsort über den Arbeitsort über den Arbeitsort stark regional Umkreis um den Standort
Aufwand gering, Konto nötig gering für kostenlose Anzeigen, mehr für Budgetsteuerung gering gering hoch: Anzeige, Bewerbungsstrecke, Steuerung
Verkauf geeignet geeignet eher überdimensioniert geeignet gut geeignet
Aushilfe, Minijob geeignet geeignet wenig geeignet gut geeignet gut geeignet
Storeleitung ergänzend geeignet geeignet wenig geeignet gut geeignet, auch für Wechselwillige

Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit

Die Jobbörse der Arbeitsagentur ist der kostenlose Basisweg. Die Arbeitsagentur beschreibt das Einstellen von Stellenangeboten als „einfach und kostenlos“ (arbeitsagentur.de). Für die Veröffentlichung brauchen Sie ein Konto, das Sie über den Arbeitgeber-Service anfordern (arbeitsagentur.de). Die Arbeitsagentur empfiehlt, die Stelle möglichst genau zu beschreiben, damit passende Bewerberinnen und Bewerber angesprochen werden. Für Verkauf und Aushilfe gehört die Anzeige hier fast immer dazu, weil sie nichts kostet.

Indeed

Bei Indeed lässt sich eine Stellenanzeige zunächst kostenlos schalten. Laut Indeed sind bis zu drei kostenlose Anzeigen pro Monat möglich, die jeweils bis zu 30 Tage aktiv bleiben. Für weitere oder bevorzugt platzierte Anzeigen legen Sie ein Budget fest und zahlen je nach Einstellung pro Klick oder pro begonnener Bewerbung. Eine Pauschalgebühr gibt es laut Indeed nicht (de.indeed.com). Kostenlose Anzeigen rutschen mit der Zeit in den Suchergebnissen nach unten. Wer eine Indeed Stellenanzeige schalten und sichtbar halten will, plant deshalb meist ein Budget ein.

StepStone

StepStone arbeitet mit Einzelanzeigen in verschiedenen Varianten, die jeweils einen festen Preis und eine feste Laufzeit haben. Die Anzeigen erscheinen laut StepStone auch in einem Netzwerk von Partner-Jobbörsen (stepstone.de). Wer eine StepStone Stellenanzeige schalten will, bekommt planbare Kosten pro Anzeige. Für eine Storeleitung oder eine Rolle im Head Office kann das passen. Für Verkaufskräfte und Aushilfen ist der Aufwand im Verhältnis oft hoch.

Kleinanzeigen und regionale Portale

Kleinanzeigen-Portale, Stadtportale und lokale Zeitungen erreichen Menschen, die in der Nähe wohnen und nach etwas Passendem in der Umgebung suchen. Die Konditionen unterscheiden sich stark von Portal zu Portal und ändern sich häufig. Für Aushilfen und Minijobs sind diese Wege einen Versuch wert, für Führungsrollen eher selten.

Social Media Anzeigen

Anzeigen auf Instagram, Facebook oder TikTok funktionieren anders als Jobbörsen. Die Stelle wird nicht gesucht, sondern gezeigt, und zwar Menschen in einem festgelegten Umkreis um den Laden. Damit erreichen Sie auch Menschen, die gerade nicht aktiv suchen, aber wechseln würden. Das Budget legen Sie selbst fest. Der Aufwand liegt in der Gestaltung der Anzeige, einer kurzen Bewerbung für das Handy und der schnellen Vorauswahl. Meta verlangt für Stellenanzeigen in bestimmten Teilen Europas eine eigene Anzeigenkategorie mit eingeschränkten Zielgruppen-Optionen (Meta Transparency Center). Eine Eingrenzung nach Alter oder Geschlecht ist dort nicht vorgesehen. Wie Social Recruiting im Detail abläuft, lesen Sie im Artikel Social Recruiting.

Das eigentliche Problem: Masse statt Qualität

Jobbörsen sind gut darin, Bewerbungen zu bringen. Ob sie passen, ist eine andere Frage. Bei beliebten Stellen landet Ihre Anzeige neben vielen ähnlichen, und Bewerbende schicken ihre Unterlagen an mehrere Arbeitgeber gleichzeitig. Dieselbe Recruiterin sagte über ein Reichweitenportal:

„für die Shop-Manager-Suche ist es gar nichts.“

Eine HR-Managerin einer Outdoor-Marke beschrieb die Erfahrung mit Standardportalen ähnlich:

„man bezahlt natürlich trotzdem das Geld, aber es ist nicht so gezielt“

Das heißt nicht, dass Jobbörsen falsch sind. Es heißt, dass die Zahl der Bewerbungen allein nichts über den Erfolg aussagt. Vergleichen Sie die Wege deshalb an zwei Zahlen: wie viele Bewerbungen tatsächlich zu Ihren Anforderungen passen und was Sie am Ende eine Einstellung gekostet hat.

Tipps für eine gute Stellenanzeige im Handel

Unabhängig vom Kanal entscheiden einige Punkte darüber, ob die richtigen Menschen reagieren.

  1. Konkrete Rolle und Ort im Titel. „Verkäufer:in Teilzeit, Innenstadt“ wird besser gefunden als ein allgemeiner Titel. Nutzen Sie die Begriffe, nach denen Bewerbende suchen, nicht interne Bezeichnungen.

  2. Stunden und Tage klar nennen. Unklare Angaben führen zu Bewerbungen, die nicht passen. Eine HR-Leiterin aus dem Modehandel berichtete von genau diesem Effekt:

    „dass sich Leute bewerben und die dann irgendwie nur montags arbeiten wollen und freitags.“

  3. Gehalt oder Gehaltsrahmen angeben, wenn es intern möglich ist. Das spart auf beiden Seiten Zeit.

  4. Den Alltag beschreiben, nicht nur Anforderungen. Wie groß ist das Team, wie sieht ein typischer Samstag aus, wer ist die Storeleitung? Das hilft gerade kleineren oder weniger bekannten Arbeitgebern.

  5. Echte Bilder. Fotos aus dem Laden und vom Team wirken glaubwürdiger als Stockfotos.

  6. Bewerbung ohne Hürde. Viele Menschen im Handel bewerben sich vom Handy aus. Ein langes Formular mit Pflicht zum Anschreiben verliert sie. Wenige Fragen und ein optionaler Lebenslauf reichen für den ersten Schritt.

  7. Schnell antworten. Wer sich auf mehrere Stellen beworben hat, entscheidet sich oft für den Arbeitgeber, der sich zuerst meldet.

Welcher Weg für welche Stelle?

Die folgende Übersicht ist eine Orientierung, keine feste Regel. Oft trägt die Kombination mehrerer Wege.

Situation Sinnvoller Einstieg Ergänzung, wenn es nicht reicht
Einzelne Verkaufsstelle in einer Großstadt Jobbörse der Arbeitsagentur und kostenlose Indeed-Anzeige Indeed mit Budget oder Social Media Anzeigen
Aushilfen und Minijobs Arbeitsagentur, Indeed, regionale Portale Social Media Anzeigen im engen Umkreis
Storeleitung Indeed oder StepStone Social Media Anzeigen für Wechselwillige, direkte Ansprache
Stelle seit Monaten offen Anzeige überarbeiten, Kanal wechseln Social Media Anzeigen mit kurzer Bewerbung und Vorauswahl
Mehrere Stellen gleichzeitig, etwa bei einer Neueröffnung Kostenlose Wege als Grundlage Planbare Kampagne mit Social Media Anzeigen, siehe Performance Recruiting
Standort im ländlichen Raum Arbeitsagentur und regionale Portale Social Media Anzeigen, weil dort wenige aktiv suchen

Eine Faustregel: Je weniger Menschen in Ihrer Region aktiv nach genau dieser Stelle suchen, desto wichtiger werden Wege, die auch nicht aktiv Suchende erreichen.

Kurz gesagt

Eine Stellenanzeige zu schalten ist heute einfach. Die Arbeitsagentur ist kostenlos, Indeed bietet kostenlose Anzeigen und Bezahlung nach Klicks oder Bewerbungen, StepStone feste Preise pro Anzeige. Alle drei erreichen vor allem Menschen, die gerade aktiv suchen. Social Media Anzeigen erreichen zusätzlich die, die nicht suchen, brauchen aber mehr Aufwand. Wählen Sie den Weg nach Rolle und Region, und messen Sie den Erfolg an passenden Bewerbungen und Einstellungen, nicht an der Zahl der Eingänge.